Automatisierte Akquise – Kunden auf Knopfdruck?

By vertriebdigital

Juli 6, 2024

Akquise, Social Media, Vertrieb

Akquise automatisieren - Kunden auf Knopfdruck

Akquise automatisieren - Kunden auf Knopfdruck?

Automatisierte Akquise auf LinkedIn: Warum Chatbots mehr schaden als nützen und wie man es richtig macht

LinkedIn hat sich zu einem unverzichtbaren Werkzeug für Geschäftsentwicklung und Networking entwickelt. Doch mit der wachsenden Beliebtheit kommen auch Herausforderungen – eine davon ist die zunehmende Nutzung von Chatbots für die Akquise. Es ist keine Seltenheit mehr, dass man von einer automatisierten Nachricht begrüßt wird, kaum dass man ein neues Profil besucht bzw. eine Kontaktanfrage angenommen hat. Diese Praxis hat sich zu einer regelrechten Plage entwickelt, die nicht nur nervt, sondern auch das Potenzial von Social Media verkennt.


Der verlockende Gedanke der automatisierten Akquise

Es klingt verständlich und verlockend: Akquise auf Autopilot. Die Vorstellung, dass man ohne großen Aufwand kontinuierlich neue Leads generieren kann, ist für viele Unternehmer und Vertriebsprofis attraktiv. Chatbots versprechen genau das – automatische Nachrichten, die rund um die Uhr potenzielle Kunden erreichen. Doch was in der Theorie nach einer Effizienzsteigerung klingt, entpuppt sich in der Praxis oft als ineffektiv und schädlich.


Warum Chatbot-Akquise nervt

Unpersönlichkeit: Eine der größten Stärken von Social Media ist die Möglichkeit, persönliche Verbindungen zu knüpfen. Chatbots hingegen sind unpersönlich und lassen sofort erkennen, dass es sich um eine automatisierte Nachricht handelt. Der Empfänger fühlt sich nicht als Individuum wahrgenommen, sondern als Zielobjekt einer Marketingstrategie.

Fehlender Mehrwert: Viele Chatbots senden generische Nachrichten, die wenig bis keinen Mehrwert bieten. Sie versuchen, Produkte oder Dienstleistungen zu verkaufen, ohne auf die spezifischen Bedürfnisse oder Interessen des Empfängers einzugehen.

Zeitverschwendung: Für den Empfänger bedeutet jede automatisierte Nachricht, die geprüft und gelöscht werden muss, eine Verschwendung wertvoller Zeit. Dies führt zu Frustration und einer negativen Einstellung gegenüber dem Absender und dessen Marke.

Reputationsschaden: Unternehmen, die auf Chatbots für ihre Akquise setzen, riskieren ihren Ruf. In einer Plattform, die auf Networking und professionelle Beziehungen setzt, kann eine solche Vorgehensweise schnell als unseriös und uninteressiert wahrgenommen werden.


Social Media als wertvolles Akquise-Werkzeug: So geht's richtig

Social Media bietet immense Möglichkeiten für die Akquise – vorausgesetzt, man nimmt das „Social“ darin ernst. Hier sind einige Tipps, wie man effektiv und respektvoll auf Plattformen wie LinkedIn akquirieren kann:

Echte Interaktionen: Der Schlüssel zu erfolgreicher Akquise auf Social Media ist die echte Interaktion. Dies bedeutet, dass man sich die Zeit nimmt, die Profile und Beiträge der Zielpersonen zu lesen, zu verstehen und darauf einzugehen. Echtes Interesse an den Aktivitäten und Beiträgen anderer Nutzer zu zeigen, schafft eine Grundlage für Vertrauen und langfristige Beziehungen.

Mehrwert bieten: Anstatt sofort mit einem Verkaufsangebot zu starten, sollte man überlegen, welchen Mehrwert man bieten kann. Dies könnte das Teilen von hilfreichen Artikeln, das Anbieten von Ratschlägen oder das Einladen zu relevanten Veranstaltungen sein. Indem man zuerst gibt, bevor man nimmt, schafft man eine positive Grundlage für jede Beziehung.

Personalisierung: Jede Nachricht sollte personalisiert sein und zeigen, dass man sich mit dem Profil des Empfängers auseinandergesetzt hat. Eine individuell zugeschnittene Nachricht zeigt Respekt und Interesse und hebt sich deutlich von den generischen Chatbot-Nachrichten ab.

Langfristige Perspektive: Akquise auf Social Media sollte nicht als kurzfristige Verkaufstaktik gesehen werden, sondern als Teil einer langfristigen Strategie zum Aufbau von Beziehungen. Dies bedeutet, dass man Geduld haben und kontinuierlich an den Beziehungen arbeiten muss, anstatt sofortige Ergebnisse zu erwarten.

Fazit:

Die Nutzung von Chatbots für die Akquise auf LinkedIn und anderen sozialen Netzwerken ist nicht nur ineffektiv, sondern schädlich für die Beziehung zu potenziellen Kunden und Partnern. Erfolgreiche Akquise auf Social Media erfordert echte Interaktionen, Personalisierung und die Bereitschaft, Mehrwert zu bieten. Wer das „Social“ in Social Media ernst nimmt, wird langfristig nicht nur mehr Leads generieren, sondern auch stärkere und nachhaltigere Geschäftsbeziehungen aufbauen können.

Akquise auf Autopilot mag verlockend klingen, doch echte Beziehungen und Vertrauen lassen sich nicht automatisieren. Der persönliche Ansatz erfordert zwar mehr Zeit und Mühe, zahlt sich aber durch tiefere und wertvollere Verbindungen aus.

Immer noch gilt bei der Akquise die 7-Kontakte-Regel. Was in der offline-Welt funktioniert, hat in der digitalen Online-Welt ebenso seine Gültigkeit.

Wen das Thema Social Selling via LinkedIn interessiert, sollte hierzu passend auch unbedingt den Artikel von Hannah Ullherr lesen. Darin gibt Sie uns wertvolle Tipps, wie man Neukunden mit Strategie findet und an sein Unternehmen bindet.

Martin Sänger - Online-Experte

Autor:

Martin Sänger

Unternehmer, Berater und mehrfacher Buchautor

Unternehmer, Berater und mehrfacher Buchautor ist Gründer und Geschäftsführer der Payoff Industries GmbH. Er arbeitete viele Jahre erfolgreich im Vertrieb eines der größten Telekommunikations-Unternehmen. Seit 1997 ist er, mit seinem damals noch als SÄNGER Trainerteam GmbH firmierenden Unternehmen, in den Bereichen Beratung und Training in Vertrieb und Marketing für viele namhafte Unternehmen national und international tätig. 

Als vierfacher Buchautor widmete er sich bereits in seinem ersten Werk „Geknackt – der Social-Media Vertriebscode“ den Erkenntnissen, die sich aus dem Nutzerverhalten auf den diversen Kanälen für den Vertrieb ableiten lassen. In seinem neuesten Werk „Ich hasse verkaufen – aber Kunden brauche ich schon“ geht er gezielt auf die Menschen ein, deren Profession nicht der Vertrieb ist, die aber trotzdem Unternehmen als Kunden gewinnen wollen. 

Buch "Ich hasse verkaufen" von Martin Sänger

Buch "Ich hasse verkaufen" von Martin Sänger

In seinen Vorträgen wird von den Teilnehmern stets seine humorvolle Art mit den absolut praxistauglichen „Hands on“ Tipps gelobt. 2020 wurde Martin Sänger mit dem Presidents-Award der German Speakers Association ausgezeichnet. 

Ihr Kontakt zum Autor per Mail: info@martinsaenger.de

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